Frankreich Urlaub am Meer

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Südfrankreich Urlaub am Meer

Die Mittelmeerküste

Zwei Regionen teilen sich Südfrankreichs Küste am Mittelmeer: Okzitanien ("Occitanie") und Provence-Alpes-Côte-d'Azur (→ Frankreichs Regionen am Meer). Okzitanien besteht aus zwei alten Kulturlandschaften. Im äußersten Südwesten Frankreichs, am Fuße der Pyrenäen, liegt das Roussillon, eine bereits unter Karl dem Großen geborene historische Provinz, in der das Katalanische noch lebendig ist. Auch landschaftlich zeigt es am Meer andere Schwerpunkte als das sich anschließende, bis zur Rhône reichende Languedoc. Dessen Name (frz. langue "Sprache", d' "von", oc "Okzitanien") weist auf die früher in dieser historischen Region ausschließlich gesprochene okzitanische Sprache hin. Die folgende Region im Osten Südfrankreichs lässt schon im Namen ihre für den Frankreich-Urlaub am Meer relevanten Bestandteile erkennen: die Provence und die Côte d'Azur.

Karte von Südfrankreich am Meer mit einigen wichtigen Sehenswürdigkeiten
Südfrankreich am Meer (Vorlage: Eric Gaba Wikimedia Commons Sting)

Die einzelnen Küstenabschnitte

Südfrankreichs Mittelmeerküste startet an der spanischen Grenze gleich mit einer richtigen Sehenswürdigkeit. Die Cote Vermeille, die leuchtende Küste, wie man ihren Namen auf Deutsch übersetzen könnte, erstrahlt im mediterranen Licht, das ihre von kleinen Badebuchten und reizvollen Pyrenäen-Ausläufern geprägte Küstenlandschaft überflutet.

Die sich mit der Strahlkraft des Halbedelsteins vergleichende Côte d'Améthyste punktet mit weitläufigen Sandstränden. Ihre flache Küstenlandschaft mit mehreren großen Binnenseen beginnt im Roussillon nördlich von Collioure und erstreckt sich über das gesamte Languedoc bis zum Rhône-Delta.

Die Küste der Provence beginnt mit der sehr sehenswerten Camargue, dem riesigen Schwemmland-Gebiet des Rhône-Deltas. Für einen Urlaub am Meer kann aber einzig und allein Saintes-Maries-de-la-Mer mit Stränden aufwarten. Erst bei Martigues sind wieder Strände in nennenswerter Anzahl zu finden, und an der Côte Bleue auch wieder Badeorte/Seebäder. Die bei Wanderern so beliebten Calanques, eine einzigartige Landschaft aus steilwandigen Kalkfelsen, geben der Provence am Meer den krönenden Abschluss. Badeorte wird man hier aber vergeblich suchen.

Dafür trumpft der letzte Küstenabschnitt Südfrankreichs vor der italienischen Grenze mit der größten Anzahl von berühmten Seebädern auf: Die Côte d'Azur ist für den Frankreich-Urlaub am Meer die Nummer Eins, unmöglich, im Juli oder August hier aufs Geratewohl Urlaub machen zu wollen.

Mistral, Tramontana und Scirocco

Viele Winde wehen über das Mittelmeer, 32 Winde sollen die Provençalen kennen. Gefürchtet sind an der französischen Mittelmeerküste vor allem der Mistral und die Tramontana, zwei kalte, trockene und oft starke Fallwinde aus nordwestlicher Richtung, die tagelang ununterbrochen wehen können. Aber auch das Gegenteil ist keine Alternative: der Scirocco, ein heißer, bisweilen unerträglicher Südwind.

Nicht ohne Grund zählt der Mistral zu den Geißeln der Provence. Er tritt im unteren Rhônetal von Lyon bis Marseille auf, es sind aber neben der Provence auch das Languedoc östlich von Montpellier und sogar Korsika davon betroffen. Lediglich die östliche Côte d'Azur ist durch ihre Berge gut vom Mistral abgeschirmt. Typisch für den Mistral sind ein wolkenloser, sehr klarer Himmel und ein starker Temperaturabfall.

Die Tramontana weht von den Pyrenäen in den Golfe du Lion, den Löwengolf. Betroffen sind das Roussillon und der westliche Teil des Languedoc, insbesondere bei Leucate. An der die Küste des Languedoc entlang führenden Autobahn A9 warnen große Tafeln die Autofahrer vor den dadurch auftretenden Seitenwinden. Des einen Leid, des anderen Freud: Ohne die Tramontana hätte sich der Wind- und Kitesurf-Tourismus in dieser Gegend nicht so stark entwickelt, und bei Leucate wird die Windenergie ausgiebig zur Stromerzeugung genutzt.

Der Scirocco bringt aus der Sahara sehr heiße Luft an die nördliche Mittelmeerküste. Der mitgeführte Wüstensand lagert sich selbst in den Alpen ab. Am häufigsten tritt er im Frühjahr oder Herbst auf, im Sommer kann die Hitze gnadenlos werden.

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