Frankreich Urlaub am Meer

Infos, Tipps, Überblick

Normandie Urlaub am Meer

Rund um die Küste

Die Küste der Normandie erstreckt sich von Le Tréport nahe der Somme-Bucht bis zum Mont-Saint-Michel am Tor zur Bretagne - viel Auswahl für einen Frankreich-Urlaub am Meer. Sie besteht aus vier landschaftlich sehr unterschiedlichen Abschnitten: Es beginnt mit der Alabasterküste auf dem Kreideplateau "Pays de Caux". Nach dem Überqueren der Seine befinden wir uns an der Blumenküste mit ihren Sanddünen und ihrem grünen, hügeligen Hinterland "Pays d'Auge". Im weiteren Verlauf dieses Abschnitts schließen sich die Landungsstrände an. Es folgt als dritter Küstenabschnitt die vom Granit geprägte Halbinsel Cotentin. Die weite, flache Bucht des Mont-Saint-Michel bildet den Abschluss der Normandie, die sich diese Bucht mit der Bretagne teilt.

Frankreich-Karte Normandie mit einigen wichtigen Sehenswürdigkeiten
Normandie am Meer (Vorlage: Eric Gaba – Wikimedia Commons Sting)

Die Alabasterküste

Die Alabasterküste ("Côte d'Albatre") mit ihren bis über 100 m hohen alabasterfarbenen Steilklippen bietet atemberaubende Aussichten auf die Küste und das Meer. Dieppe, Fécamp und Étretat sind bekannte Urlaubsorte am Meer, während Le Havre nach Marseille der zweitgrößte Hafen Frankreichs ist. Ausgewählte Sehenswürdigkeiten:

Dieppe, ein bedeutender Handels- und Fischereihafen, ist das älteste Seebad Frankreichs. Bereits im 19. Jahrhundert gaben sich Aristokraten und große Persönlichkeiten in den Bädern Dieppes ein Stelldichein. Einen wunderschönen Blick auf die Stadt und ihren Hafen beschert der Aufstieg auf die Klippe von Le Pollet. Sehenswürdigkeiten sind auch die malerische Altstadt, die Kirche St-Jacques, die Geschäftsstraße Grande Rue und der Platz "Place de Puits-Salé". Das Burg-Museum Château-Musée zeigt eine außergewöhnliche Sammlung von Elfenbeinschnitzereien, der darüber liegenden Boulevard de la Mer bietet ein tolles Panorama.

Das Seebad Étretat wird von zwei gewaltigen Klippen eingerahmt, an Étretats Steinstrand wunderbar anzuschauen. Wenn man dann oben ist, eröffnet sich von den Klippen ein Blick, der zum Eindrücklichsten gehört, was die Alabasterküste bieten kann. Sehr beliebt, wie bereits die zahlreichen Parkmöglichkeiten auf der Zufahrtsstraße zum Seebad andeuten.

Eindrücklich ist auch die Fahrt von Dieppe nach Étretat. Die Küstenstraße führt vorbei an unterschiedlichsten Orten. Vom Hafenstädtchen übers Fischerdorf bis zum familiäres Seebad, alles ist dabei, inklusive direkter Strandzugänge oder steiler Treppen zum Strand und Meer. In der Fischerei- und Hafenstadt Fécamp sind die im normannischen Baustil errichtete Abteikirche Sainte-Trinité und das Palais Bénédictine sehenswert. Das Palais ist ein monumentales Gebäude, errichtet zu Ehren des hier im Ort hergestellten Bénédictine-Likörs. Von Étretat durch die Klippe Falaise d'Aval getrennt, liegt der frühere Fischerhafen und heutige Touristenort Yport. Auch sein Strand ist von malerischen Klippen umgeben, inklusive schöner Blicke von der Falaise d'Aval auf Yport.

Le Havre beherbergt den zweitgrößten Hafen Frankreichs und ist ein Zentrum der Petrochemie. Sein nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg neu aufgebautes, modernes Stadtzentrum gehört zum UNESCO-Welterbe und ist eine Sehenswürdigkeit.

Badeorte/Seebäder Alabasterküste Le Tréport, Criel-sur-Mer, Dieppe, Pourville-sur-Mer, Sainte-Marguerite-sur-Mer, Quiberville, Saint-Aubin-sur-Mer, Veules-les-Roses, Saint-Valery-en-Caux, Veulettes-sur-mer, Les Petites Dalles, Fécamp, Yport, Étretat, Sainte-Adresse, Le Havre

Die Blumenküste

Beim Überqueren der Seine verlassen wir das Kreideplateau des "Pays de Caux" und betreten das hügelige "Pays d'Auge", eine ganz andere normannische Landschaft mit blühenden Wiesen und Gärten, Apfelplantagen, von Heckenwällen umgebenen Weiden und Feldern ("Bocage") und den berühmten drei C's der Normandie: Camembert, Cidre und Calvados.

Das Pays d'Auge ist das Hinterland der Blumenküste ("Côte Fleurie") zwischen Honfleur und Cabourg. Dieser Küstenabschnitt der Normandie ist von Sanddünen, Salzweiden, niedrigen Klippen sowie einer ganzen Reihe von Seebädern geprägt, die bereits in der Belle Époque sehr angesagt waren. Ausgewählte Sehenswürdigkeiten:

Bereits der "Pont de Normandie", die längste Schrägseilbrücke Europas, die sich hoch über die Seine-Mündung spannt, ist eine Sehenswürdigkeit. Sie verbindet Le Havre mit Honfleur.

Die Hafenstadt Honfleur am linken Ufer der Seine-Mündung bringt Mittelmeer-Romantik in den Norden. Das alte Hafenbecken mit seiner malerischen Häuserzeile bezaubert besonders, wird aber kräftig unterstützt durch Honfleurs alte Gassen und Sträßchen und das Ambiente rund um die verwitterte Holzkirche. Die zahlreichen Galerien zeigen die Bedeutung, die hier die Malerei hatte und heute noch hat. Faszinierend auch, wenn im Schaufenster ein Calvados steht, der genauso alt ist wie der Betrachter.

Weiter geht die Küstenstraße an der Flussmündung entlang, zunächst mit herrlichen Aussichten hinüber nach Le Havre, dann entlang der Blumenküste über das kleinere Seebad Villerville und das traditionsreiche Seebad Trouville zum mondänen Seebad Deauville. Es folgen die Seebäder Villers-sur-Mer, Houlgate und Cabourg, alle mit einem eigenen Charakter. Na, haben Sie die Seebäder mitgezählt? Badeurlaub von familiär bis luxuriös, Strandleben, malerische Motive und ein reizvolles Hinterland, der Sommer kann kommen.

Badeorte/Seebäder Blumenküste: Honfleur, Villerville, Trouville-sur-Mer, Deauville, Benerville-sur-Me, Tourgéville, Blonville-sur-Mer, Villers-sur-Mer, Houlgate, Cabourg, Merville-Franceville-Plage, Sallenelles

Die Landungsstrände

Zwischen der Ornemündung bei Caen und Bayeux liegt die "Cote du Nacre". Hier und weiter bis zur Halbinsel Cotentin befinden sich die Landungsstrände. Am D-Day, dem 6. Juni 1944, landeten hier die Alliierten in der Normandie und eröffneten mit diesem Brückenkopf eine zweite Front gegen das Deutsche Reich. Schrittweise wurde Frankreich von den deutschen Besatzern befreit. Viele Jahrhunderte zuvor war die Normandie schon einmal Ausgangspunkt einer Invasion. Von hier aus startete der Normannenherzog Wilhelm der Eroberer im Jahre 1066 seine Invasion Englands. Ausgewählte Sehenswürdigkeiten:

Von der Orne-Mündung bei Caen bis hinauf nach Ste-Mère-Église auf der Halbinsel Cotentin verteilen sich die fünf Landungsstrände Sword, Juno, Gold, Omaha und Utah. Sie werden von einer stattlichen Anzahl von Museen oder Gedenkstätten begleitet. Die Erhebung der "Pointe du Hoc" westlich vom Omaha Beach ist ein guter Aussichtspunkt, der den Deutschen als Geschützstellung diente.

Ste-Mère-Église wurde durch einen amerikanischen Fallschirmjäger bekannt, der mit seinem Fallschirm an der Ecke des Kirchturms hängen blieb, während unten der Kampf tobte. Das Ereignis wurde in "Der längste Tag" verfilmt.

Bayeux war 1944 die erste befreite Stadt Frankreichs. Vermutlich ist sie noch bekannter durch den einzigartigen 62 Meter langen Wandteppich, der in 58 gestickten Einzelbildern die Vorgeschichte und den erfolgreichen Verlauf der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer so eindrücklich dokumentiert. Es ist der älteste erhaltene Wandteppich, hergestellt um das Jahr 1070. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale Notre-Dame. Nach der Faszination der Besichtigung verführt die malerische Altstadt von Bayeux zum Bummeln und gastronomischen Genuss.

Badeorte/Seebäder Côte de Nacre (bei Caen vor den Landungs-Stränden): Ouistreham, Colleville-Montgomery, Hermanville-sur-Mer, Lion-sur-Mer, Luc-sur-Mer, Langrune-sur-Mer, Saint-Aubin-sur-Mer, Bernières-sur-Mer, Courseulles-sur-Mer

Die Halbinsel Cotentin

Weit hinein ins Meer ragt die Halbinsel Cotentin. Sie besteht in weiten Teilen aus Granit und ähnelt schon sehr der Bretagne, mit der sie sich ein uraltes Gesteinsmassiv teilt. Wie ein mächtiger Damm ruht sie im Ärmelkanal und staut den Gezeitenstrom, so dass Granville und die Bucht des Mont-Saint-Michel die höchsten Gezeitenunterschiede Europas verzeichnen (vgl. Bretagne-Tipp → Gezeiten Bretagne). Die Hafenstadt Cherbourg ist heute Teil von Cherbourg-en-Cotentin, das etliche Gemeinden der Umgebung mit umfasst.

Sehr erlebenswert: die wilde Küste von La Hague, insbesondere etwas südlich vom Cap de la Hague der kleine Hafen von Goury und ein Stück weiter die abgeschiedene, pittoreske Bucht "Baie d'Écalgrain" mit ihrem einsamen Strand und den Aussichten auf die Kanalinseln Guernsey und Sark sowie auf die Felsnase "Nez de Jobourg", wo die ältesten Gesteine Frankreichs an die Oberfläche treten.

Es lockt auch eine Bootsfahrt zur Inselgruppe "Îles Chausey". 22 kleine Inseln gehören dazu, lediglich eine ist bewohnt. Der Archipel ist ca. 15 km von Granville entfernt und mit dem Ausflugsboot zu erreichen.

Früher war der Cotentin fast eine Insel, nur über einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden. Dieser Landstreifen verlandete immer mehr (siehe auch Bretagne-Tipp Bucht des Mont-Saint-Michel). Heute gehört die dort entstandene Sumpflandschaft zum Naturpark "Marais du Cotentin" und reizt zu vielen Entdeckungen.

Badeorte/Seebäder Westküste der Halbinsel Cotentin (die den Kanalinseln und der Bucht des Mont-Saint-Michel zugewandte Seite): Siouville-Hague, Barneville-Carteret, Saint-Jean-de-la-Rivière, Portbail, Saint-Germain-sur-Ay, Pirou, Gouville-sur-Mer, Agon-Coutainville, Bréhal, Granville, Jullouville, Carolles

Die Bucht des Mont-Saint-Michel

Dort in der Bucht steht es im Meer, das "Wunder des Abendlandes", mit Shuttlebussen oder zu Fuß über eine Brücke erreichbar. Der weltberühmte Klosterberg des Mont-Saint-Michel ist eines der ganz großen Highlights Frankreichs. Direkt dahinter beginnt die Bretagne, und man möge mir verzeihen, dass ich ihn deshalb im Bretagne-Tipp (meiner "ersten Seite") unter Mont-Saint-Michel beschreibe.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Als Ergänzung zum Frankreich-Urlaub am Meer bietet die Normandie im Landesinneren eine Fülle von Sehenswürdigkeiten. Hier einige davon:

Rouen an der Seine, geschichtsträchtige Hauptstadt der Normandie. Mit einer beeindruckenden Altstadt voller Sehenswürdigkeiten, die nicht an beiden Händen abzählbar sind. An erster Stelle stehen die gotischen Prachtbauten der Kathedrale Notre-Dame und der Kirchen St-Maclou und St-Quen. Die Rue St-Romain ist mit ihren Fachwerkhäusern die wohl schönste Straße der Altstadt. Und dann sind da der mit der Jungfrau von Orleans in Zusammenhang stehende Turm Jeanne d’Arc und der alte Marktplatz, wo sie verbrannt wurde, der große Uhrenturm "Le Gros Horloge" mit astronomischer Uhr, das Pest-Beinhaus L’aître Saint-Maclou, der Justizpalast und, und, und... Nicht zu vergessen das Museum der schönen Künste, unter anderem mit Werken von Caravaggio, Velázquez und natürlich auch Monet (s.u.).

Rouen ist auch Ausgangspunkt für die "Route des Abbayes", einer Fahrt zu verschiedenen sehenswerten normannischen Abteien, unter denen die Abbaye de Jumièges die wohl größte Sehenswürdigkeit ist. In der Nähe Rouens liegt auch die schöne Kleinstadt Les Andelys mit der beeindruckenden Aussicht von der Burgruine Château-Gaillard auf das Seinetal.

Monets Garten und Wohnhaus in Giverny, ein Traumgarten in der Normandie, Impressionismus pur (auch heute noch). Dazu der Einblick in Monets Leben, die schöne Dorfstraße von Giverny und das Kirchlein mit Monets Grab (siehe Bretagne-Tipp, Anreise mit dem Auto → Garten Monet).

Caen wurde im Weltkrieg völlig zerstört, hat aber dennoch viel zu bieten. Darunter das Männerkloster "Abbaye-aux-Hommes", das Frauenkloster "Abbaye-aux-Dames", die Reste der Stadtbefestigung und vor allem das Museum für den Frieden "Memorial de Caen".

Die Normannische Schweiz, idyllische Hügellandschaft an der Orne, mit großartiger Aussicht. Ein Paradies für Wanderer, Kletterer, Kanufahrer.

Die reizende Kleinstadt Villedieux-les-Poêles lädt zum Verweilen ein. Sie ist bekannt für ihre Glocken. So hat die Glockengießerei Cornille-Havard 2012 acht neue Glocken für Notre-Dame in Paris gegossen. Mit Besichtigungsmöglichkeit.

Weitere Themenfelder für die Erforschung der Normandie wären beispielsweise ihre Parks und Gärten oder die Spuren der Impressionisten. Auch Sehenswürdigkeit der Normandie: all die romantischen alten Bauernhäuschen, am schönsten mit typisch normannischem Fachwerk, die sich geduckt in die Landschaft schmiegen.

Zu guter Letzt

Wie kommt die Normandie zu ihrem Namen? Normannen sind doch eigentlich Nordmänner, Wikinger aus dem hohen Norden, zum Beispiel aus Dänemark oder Norwegen. Im finsteren Mittelalter kamen sie aber auf ihren Beutezügen auch häufig an die Küsten Frankreichs. Der Wikingeranführer Rollo verwüstete mit seinen Mannen sogar das Seine-Gebiet um Paris herum, zog aber nicht wieder ab, sondern erhielt im Jahre 911 vom westfränkischen König in der heutigen Normandie ein Lehen. Diese in Frankreich sesshaft gewordenen Wikinger vermischten sich mit der heimischen Bevölkerung und wurden zu den Normannen, die 1060 sogar England eroberten.

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