Frankreich Urlaub am Meer

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Frankreich Urlaub an der Atlantikküste

Rund um die Küste

Hier sind Sie wirklich am Meer! An Frankreichs Küsten verdienen neben dem Atlantik natürlich auch das Mittelmeer und der Ärmelkanal diese Bezeichnung. Wenn aber die Brandung einsetzt, dann ist nirgendwo anders das Grollen der sich brechenden Wellen so dumpf. Ihr faszinierendes Naturschauspiel verrät die Weite und die Macht des atlantischen Ozeans. Nicht allein Surfer wissen besonders hier ihren Frankreich-Urlaub am Meer zu schätzen.

Zwar ragt auch die Bretagne weit in den Atlantik hinein, jedoch meint Frankreichs Atlantikküste im touristischen Sinne den sich an die Bretagne anschließenden Küstenabschnitt zwischen der Loire und der französischen Landesgrenze an den Pyrenäen. Die Atlantikküste ist weitgehend flach, charakteristisch sind ihre zahlreichen langen, oft von Dünen gesäumten Sandstrände, hervorzuheben auch die Inseln nördlich der Gironde. Überall gibt es Austern- und Muschelzucht.

Karte der Atlantikküste in Frankreich mit einigen Sehenswürdigkeiten
Frankreichs Küste am Atlantik (Vorlage: Eric Gaba Wikimedia Commons Sting)

Pays-de-la-Loire

Der erste Abschnitt von Frankreichs Atlantikküste südlich der Loire heißt Jadeküste ("Côte de Jade") und bietet im nördlichen Abschnitt für den Urlaub am Meer feine, weite, von Dünen und Pinienwäldern gesäumte Sandstrände. Unter den dortigen Seebädern ist Tharon-Plage eines der bedeutendsten. Südlich der Landspitze Pointe Saint-Gildas wird die Küste wilder, mit ausgedehnteren, felsigeren Anteilen. In diesem Abschnitt sei als Sehenswürdigkeit der beliebte Badeort Pornic genannt, die südlichste Bastion der historischen Bretagne am Meer (→ Bretagne-Tipp, Pornic).

Badeorte/Seebäder Côte de Jade : Saint-Brévin-les-Pins, Tharon-Plage, La Plaine-sur-Mer, Préfailles, Sainte-Marie-sur-Mer, Pornic, La Bernerie-en-Retz, Les Moutiers-en-Retz

Es folgt das "Marais breton", ein durch Deiche und Dünen geschütztes Feuchtgebiet, das teilweise unter dem Meeresspiegel liegt. Früher war es eine weite Bucht mit einigen Inseln, von denen einzig die Île Noirmoutier nicht verlandet ist. Zu ihr führt als Sehenswürdigkeit eine über 4 km lange, nur bei Ebbe befahrbare Straße, die "Passage du Gois". Im Sommer graben hier bei Ebbe wahre Massen an Urlaubern nach Muscheln. Die Insel ist aber auch über die Brücke "Pont de Noirmoutier" zu erreichen. Die im Sommer für den Frankreich-Urlaub am Meer sehr beliebte Insel Noirmoutier verfügt über schöne Sandstrände. Die Salzgärten der Insel produzieren eine beträchtliche Menge an Meeressalz. Aber auch Dünen und Steineichen tragen zum Landschaftsbild bei, u.a. sehr schön das am Meer gelegene Wäldchen "Bois de la Chaise".

Badeorte/Seebäder Küste des Marais Breton: Noirmoutier-en-l'Île, Barbâtre, Fromentine, (commune de La Barre-de-Monts) Notre-Dame-de-Monts

Unterhalb der Insel Noirmoutier beginnt die Lichtküste ("Côte de Lumière"). Sie reicht bis zur südlichen Grenze der Region "Pays-de-la-Loire". Jede Menge Badeorte und ausgedehnte Sandstrände prägen diesen Abschnitt. Der Hauptort der Lichtküste ist die lebendige Hafenstadt Les Sables-d'Olonne, ein sehr beliebtes, gut besuchtes Seebad. Eine Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Strandpromenade "Le Remblai". Sie wurde im 18. Jahrhundert zum Schutz der tiefer liegenden Stadt angelegt und ist heute edel bebaut. Unterhalb der Promenade liegt der bei Ebbe große Strand "Grande Plage". Der Küste vorgelagert ist die charmante, landschaftlich reizvolle Insel Île d'Yeu. Mit ihrer wilden Küste ("Côte Sauvage") als Sehenswürdigkeit braucht sie, wie der MICHELIN betont, den Vergleich mit ihrer großen, bretonischen Schwester Belle-Île-en-Mer nicht zu scheuen. Klar, dass sie im Sommer für Tagesausflüge sehr beliebt ist.

Badeorte/Seebäder Côte de Lumière: Saint-Jean-de-Monts, Saint-Hilaire-de-Riez, Saint-Gilles-Croix-de-Vie, Brétignolles-sur-Mer, Brem-sur-Mer, Olonne-sur-mer, Les Sables-d'Olonne

Neu-Aquitanien bis zur Gironde

Nun kommen wir nach Neu-Aquitanien ("Nouvelle Aquitaine"), wie diese Region seit 2016 heißt. Sofort erwartet uns eine geballte Ladung an Sehenswürdigkeiten. Insbesondere:

Die Hafenstadt La Rochelle ist ein bedeutender Fischerei- und Handelshafen in Frankreich. Große Sehenswürdigkeiten dieser äußerst attraktiven Stadt am Meer sind ihr alter Hafen ("Vieux Port") mit seinen zwei mächtigen Wehrtürmen (das Wahrzeichen von La Rochelle) und ihre noch teilweise von Wehrmauern umgebene Altstadt ("Le Quartier Ancien"). Man betritt sie vielleicht vom alten Hafen aus durch das Stadttor im Uhrenturm "Porte de la Grosse-Horloge". Als alte protestantische Stadt ist das Rathaus ("Hôtel de Ville") das Glanzstück der von Arkadengängen und Fachwerkhäusern geschmückten Altstadt, die noch viele weitere Sehenswürdigkeiten und attraktive Museen enthält. Auch das Stadtviertel "La Ville en Bois" mit Uni und Museen oder der größte Jachthafen an der Atlantikküste oder eines der schönsten Aquarien Europas verdienen einen Besuch.

Nur ca. 3 km westlich von La Rochelle liegt die mit dem Festland über ein Brücke verbundene Insel Île de Ré. Sie ist 30 km lang und nach Korsika, der Île d'Oléron und der Belle-Île-en-Mer die viertgrößte Insel Frankreichs in Europa. Feine Sandstrände, Dünen, Pinienwälder, Weinfelder, Salzgärten, mehr als 100 Kilometer Radwege, kleine Häfen, schneeweiße Häuschen, Leuchttürme, Forts und eine Zitadelle, Austern- und Muschelzucht, fangfrischer Fisch, alles da. Dazu ein angenehmes atlantisches Seeklima, all das beschert der familienfreundlichen Insel pro Jahr ca. 200.000 Touristen, die hier ihren Frankreich-Urlaub am Meer genießen.

12 km südlich der Île de Ré liegt die auch über eine lange Brücke erreichbare Nachbarinsel Île d'Oléron. Sie ist die zweitgrößte Insel des französischen Mutterlandes und fast doppelt so groß wie die Île de Ré. Vieles des oben über die Île de Ré Geschriebene gilt auch für sie. Als Sehenswürdigkeiten sind auf der Île d'Oléron das Seebad St-Trojan-les-Bains, die Festung Château d'Oléron und der Hafen La Cotinière hervorzuheben.

Badeorte/Seebäder Nouvelle Aquitaine bis zur Gironde: La Rochelle, Fouras, Ronce-les-Bains, La Palmyre, Saint-Palais-sur-Mer, Royan, Saint-Georges-de-Didonne, Meschers-sur-Gironde

An der Küste zwischen den Flussmündungen der Charente und der Gironde und auf einem Teil der Île d'Oléron werden kräftig Austern produziert. Sie sind als Marennes-Oléron-Austern jedem Austern-Liebhaber wohlbekannt. Verschiedene Faktoren tragen zu den idealen, europaweit einzigartigen Bedingungen bei, unter denen hier Austern gezüchtet und verfeinert werden: Die zum Meer geöffneten, aber durch die große Insel geschützten sumpfigen Küstenflächen, das reiche Süßwasserangebot der Flüsse, aber auch eine Blaualge, die den Austern ihre charakterstische blaugrüne Färbung gibt.

Silberküste und Baskenland

Die Gironde, der Zusammenflusss von Garonne und Dordogne, ist der größte Mündungstrichter Europas, 75 km lang und bis zu 15 km breit. Um auf die andere Seite zu gelangen, kann man die Autobahn über Bordaux nehmen, ganz nahe am Meer gibt es auch eine Fährverbindung vom sehr beliebten Seebad Royan zur gegenüber liegenden Landspitze nach Le Verdon-sur-Mer. Und weiter geht es dann mit der Fahrt entlang der Atlantikküste bis zu den Pyrenäen.

Die Silberküste ("Côte d'Argent") mit ihrem funkelnden Silbersand, das sind endlose, von Dünen gesäumte Sandstrände. Der nahezu 100 km lange Nordabschnitt zwischen der Gironde und dem Meeresbecken von Arcachon gehört zu den längsten Stränden Europas. Er wird von keinem Fluss unterbrochen, küstennahe Niederschläge versickern im Sand, bevor sie das Meer erreichen. Durch die sich häufig anschließenden, weiten Pinienwälder ist mancher Strand nur über lange Stichstraßen erreichbar. Badeorte gibt es einige, und vier große, küstennahe Binnenseen (Lac d'Hourtin, Lac de Lacanau, Lac de Cazaux und Lac de Parentis). Die Silberküste endet in Angelet, das bereits zum Baskenland zählt, an einer felsigen Landspitze, auf der der Leuchtturm von Biarritz steht (s.u.). Die Haupt-Sehenswürdigkeiten dieser insgesamt 250 km langen Küstenlandschaft sind das Seebad der Belle Époque Arcachon und die sich anschließende größte Wanderdüne Europas, die Dune de Pilat. Sie ist ca. 2,7 Kilometer lang, 500 Meter breit und bis zu 110 Meter hoch! Jedes Jahr besichtigen weit über eine Million Touristen die Düne. Nur der Mont-Saint-Michel wird unter Frankreichs Naturdenkmälern häufiger besucht.

Badeorte/Seebäder Côte d'Argent: Soulac-sur-Mer, Montalivet, Hourtin, Carcans, Lacanau, Lège-Cap-Ferret, Arcachon, Pyla-sur-Mer, Biscarrosse, Mimizan, Moliets-et-Maa, Vieux-Boucau-les-Bains, Seignosse, Soorts-Hossegor, Capbreton

Biarritz hat eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Bereits im Mittelalter als Hafen der Walfänger bekannt,erlebte das baskische Dorf in der Belle Époque eine steile Karriere zum mondänen Seebad. Ausgelöst wurde diese Entwicklung von Kaiserin Eugénie, der Ehefrau von Napoléon III. Nachdem Sie sich 1854 zwei Monate in Biarritz aufhielt, ließ der Kaiser ihr eine Residenz bauen, die das Paar danach regelmäßig im Sommer besuchte. Die wieder aufgebaute kaiserliche Residenz wird heute als Hotel genutzt. Wenn das keine Sehenswürdigkeit ist! Auch nach dem zweiten Weltkrieg traf sich in Biarritz noch der Adel. In den 60er Jahren wandelte sich das Bild, als im Zuge einer US-amerikanische Filmproduktion der Surfsport Einzug hielt. Heute ist Biarritz eine der Surfhochburgen Europas. Zu ihren Sehenswürdigkeiten zählen die Strandpromenade am "Grand Plage", der Ausblick vom 73 m hohen Leuchtturm auf der Landzunge "Pointe de St-Martin", der Marienfelsen "Rocher de la Vierge", ein Felsenriff in der Nähe des Fischerhafens und das Meeresmuseum "Musee de la Mer".

Wir sind nun endgültig an der Küste des Baskenlandes. In St-Jean-de-Luz, einem herrlichen Seebad mit einer einzigartig geschützten Badebucht, könnte man den atlantischen Frankreich-Urlaub am Meer würdevoll abschließen. Eine gewundene Küstenstraße führt weiter zur Küstenstadt Hendaye an der spanischen Grenze. Die Fahrt dorthin ermöglicht atemberaubende Ausblicke auf das Meer, die Küste und die Pyrenäen. Hendaye ist auch ein beliebter Badeort, als Sehenswürdigkeit sei das im neugotischen Stil erbaute Schloss Abbadie genannt. Wie schön, dass in Hendaye auch der große, 910 km lange Wanderweg GR 10 endet. Er verläuft mitten durch die Pyrenäen bis nach Banyuls-sur-Mer am Mittelmeer. Und dort an der Côte Vermeille im äußersten Südfrankreich setzen wir unseren Frankreich-Urlaub am Meer fort.

Badeorte/Seebäder Côte Basque: Anglet, Biarritz, Bidart, Guéthary, Saint-Jean-de-Luz, Ciboure, Hendaye

Weitere Sehenswürdigkeiten

Als Ergänzung zum Frankreich-Urlaub am Atlantik bietet das nahe Hinterland eine Fülle von Sehenswürdigkeiten. Hier einige davon:

Nantes, die historische Stadt der Herzöge der Bretagne und moderne Hauptstadt der Region "Pays-de-la-Loire" mit Flair (→ Bretagne-Tipp, Nantes)

Puy du Fou ist ein historischer Themenpark und mit 2 Millionen Besuchern pro Jahr eines der beliebtesten Ausflugsziele Frankreichs.

Poitiers wurde wegen ihrer zahlreichen Kulturdenkmäler wurde mit dem Prädikat "Stadt der Kunst und Geschichte" ausgezeichnet. In der Nähe von Poitiers: Das Futuroscope, der zweitgrößte Freizeitpark in Frankreich, der sich mit den Medientechnologien der Zukunft beschäftigt.

Bordeaux ist die Hauptstadt und die größte Sehenswürdigkeit der Region Neu-Aquitanien. Sie ist weit bekannt für ihr reichhaltiges kulturelles Erbe und Zentrum des berühmtesten Weinbaugebiets der Welt.

Reiseführer Bordeaux & Atlantikküste

Reiseführer Französische Atlantikküste

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Straßenkarte Französische Atlantikküste

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